Drive-In als Catwalk

Witzige Videos sind gefragt und bekommen Millionen Klicks. Für diese Klicks und die zuteil werdende Aufmerksamkeit werden mitunter die verrücktesten Dinge angestellt.

So zum Beispiel in Witten; ein 21-Jähriger wollte sich als Affe verkleidet in einem Schnellimbiss abfilmen lassen. Dies solle Teil einer Wette gewesen sein. Dumm nur, dass Kunden des Imbiss ihn als echten Affen identifizierten und im Anschluss die Polizei riefen.

Der Mann hätte seinen Besuch sicherlich gerne auf der Video-Plattform “YouTube” hochgeladen, um sich an seiner Konkurrenz messen zu lassen. So wurde ein Video über 700.000 Mal angesehen, in dem ein maskierter Mann auf einem Dreirad durch den McDrive fährt. Diese Drive-In-Clips gibt es in allen Varianten; mit Bobbycar, Einkaufswagen oder eben Dreirad. Die Hauptsache dabei ist der fahrbare Untersatz: Ein Video mit Jugendlichen, die auf Bürostühlen den Drive-In meistern, erhielt 100 000 Klicks. Ausgestattet war deren imaginäres „Auto“ mit Lenkrad und zwei Taschenlampen.

McDonalds sieht das ganze Treiben gelassen, so lange dies für die Marke McDonalds keine Rufschädigung bedeutet. Die Konzerne haben aber ein sehr wachsames Auge auf Videos und darauf, welches Bild von ihnen darin gezeichnet wird. Mit solchen den Ruf beeinträchtigenden Videos auf YouTube hat Apple gerade zu kämpfen. In diesen Videos werden auf alle möglichen, „kreativen“ Art und Weisen iPhones und iPads zerstört: durch Baseballschläger, Gewehrschüsse, Wasser oder Feuer. Apple kommentiert dies lieber nicht, denn der Gefahr von negativen Reaktionen und deren Image schädigende Wirkung setzt man sich lieber nicht aus.

Man sieht an den Reaktionen, dass sich die Unternehmen über die schnelle Weiterverbreitung negativer Kommentare im Klaren sind. Sie sind sich aber auch der Chancen bewusst, die Virales Marketing mit Online-Clips zu bieten hat, und nutzen diese z.T. schon durch reine Online-Kampagnen. Einen besonderen Reiz macht dabei die Suche nach den Urhebern, denn meist ist nicht sofort erkennbar, von wem das Video lanciert wurde. Die Videos werden mittlerweile auch bei Facebook und Co. eingestellt, um eine noch größere Verbreitung zu erlangen.

Der Erfolg eines Clips zeigt sich dann in Form der Anzahl an Klicks. Wobei allein der Zuspruch für das Video gemessen werden kann. Die Klickzahlen spiegeln nicht den Erfolg des Unternehmens wider, denn oft bleibt für die User, die sich von Video zu Video durchklicken, der Witz im Video entscheidend und nicht die darin enthaltene Markenbotschaft. Greift der Gag im Video nicht, so wird der Inhalt auch schnellstens wieder vergessen – so wie beim Affen.

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