Der Begriff „Meme“ wurde von dem Evolutionsbiologen und Oxford-Professor Richard Dawkins definiert. Ein Mem ist eine Informationseinheit, die sich durch Kommunikation vervielfältigt. Im Viral Marketing bezeichnet man eine Werbebotschaft als Mem, die von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. Das Mem überträgt sich vergleichbar mit einem Virus und „infiziert“ Menschen. Ein Mem kann eine Idee sein, ein Trend, ein Slogan oder ein Schlagwort.
Ähnlich der Evolutionstheorie setzt die Memetik voraus, dass Meme in vergleichbarer Weise wie Gene diskrete Einheiten bilden. Die Verbreitung eines Mem wird durch den intensiven Austausch zweier Individuen herbeigeführt. Ein Gen dagegen kann nur von einer Generation auf die nächste übertragen werden. Meme entstehen oftmals durch Imitation. Menschen imitieren die Verhaltensmuster, Ideen, Unsitten oder Werte andere Individuen und übernehmen so ein Mem. Aus der Unfähigkeit heraus, jeden komplexen Sachverhalt zu durchdenken, übernehmen wir die Verhaltensmuster anderer Menschen.
Meme sind für Viral Marketing gerade deshalb interessant, weil sich aus der Memetik verschiedene Trigger ableiten lassen, die für die Verbreitung einer Werbebotschaft sorgen. Das Marketing macht sich die Eigenschaften eines Mem zu eigen, um ein Produkt zu verkaufen. Aus der Memetik lassen sich Rückschlüsse für die Planung einer viralen Werbebotschaft ableiten. Das Mem selbst entspricht dabei einer kreativen Werbeidee, die von Mensch zu Mensch weitergetragen wird. Die Werbeidee zirkuliert in einem bestehenden Netzwerk, das aus Multiplikatoren und Empfehlern besteht.
Das Internet ist der perfekte Nährboden für einen Werbevirus: Die Kommunikationswege sind kurz und digitale Botschaften lassen sich in Sekundenbruchteilen verbreiten. In virtuellen Netzwerken wie Facebook, MySpace oder Xing können Nachrichten mit wenigen Mausklicks weitergereicht werden. Manche Produkte verbreiten sich dabei wie von selbst. Sie besitzen interessante Eigenschaften, die sie zum Gesprächsthema werden lassen. Ein innovatives Design, eine ausgefallene Verpackung oder revolutionäre Produkteigenschaften können einen Werbevirus in Gang setzen.