Sebastien Philipp hat auf marketing-boerse.de einen Artikel über das „richtige Infizieren“ im Viral Marketing veröffentlicht. Gemeint sind hiermit Seedingmaßnahmen, die darauf abzielen, einen Werbe-Virus in Gang zu bringen. Der Autor spricht von drei verschiedenen Startplattformen, die hierfür in Frage kommen: Die eigene Webseite, High-Traffic-Plattformen und Communities. Hier einige Ergänzungen meinerseits:
Erstens die eigene Webseite. Bekanntes Beispiel für den Launch von der eigenen Webseite ist in Deutschland die Viral- Marketing-Kampagne vom Whiskey-Hersteller Johnny Walker mit seiner „Moohrhuhn-Jagd“
Völlig richtig! Doch die eigene Webseite verfügt in den seltensten Fällen über eine ausreichend hohe Zahl an Besuchern, um den Virus zu verbreiten. Ganz entscheidend ist es, die eigene Webseite mit Weiterleitungsmechanismen und –instrumenten, wie einem Tell-a-Friend-Button, zu ergänzen.
Zweitens der Start über eine High-Traffic Plattform. Über 85 Prozent der Internet-Nutzer steuern primär Websites an, die ihren unmittelbaren Interessen entsprechen, die sogenannten Content- und Community-Websites. So empfiehlt sich für den erfolgreichen Start einer Viral-Marketing-Kampagne eine so genannte „High Traffic Plattform“, wie beispielsweise die stark frequentierte Homepage von RTL.
Wieder richtig! Doch wenn ich an eine High-Traffic Plattform denke, kommt mir weniger die Webseite von RTL in den Sinn! Vielmehr denke ich an die vielen Plattformen, wo Nutzer zusammenkommen, um Content zu tauschen, zu kommentieren und zu bewerten. Was ist mit youtube, digg, del.icio.us oder technorati?
Auch Communities sind ein Weg zur Zielgruppe. In diesen Internetforen, wie sie etwa Lycos betreibt, tauschen sich Surfer über die verschiedensten Themen aus.
Hierbei denke ich in erster Linie an MySpace oder die stark wachsende Facebook-Community! Wobei man beachten sollte, innerhalb dieser Plattform nicht nur als “Werbender”, sondern als Teil der Community aufzutreten.
Ein vierter Weg, eine virale Kampagne zu “seeden”, besteht in der Aktivierung des eigenen Netzwerkes! Viele Firmen besitzen E-Mail-Adressen und Kontaktdaten von ihren Stammkunden. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt! Effektiver kann es sein, seine Kampagne mit dieser treuen Basis an Kunden zu starten.
In der Praxis musste ich feststellen, dass ‘High Traffic Platform’ aufgrund unterschiedlicher Ansprachemöglichkeiten nochmals zu unterscheiden ist in:
High-Traffic-Plattform oder High-Affinity-Plattform.
High-Traffic-Plattformen sind mit Streuverlusten, wie bei klassischer Werbung verbunden, während High-Affinity-Plattformen weniger Besucher aufweisen, dafür aber eine zielgruppengenauere Ansprache ermöglichen.