19. Februar 2008

Virales Marketing im Wahlkampf

Ein Blogbeitrag von Hanno Zulla mit dem Titel “Die FDP und der sprechende Kühlschrank” (lesen!) hat mich heute Abend sehr zum Schmunzeln gebracht. Der Beitrag bezieht sich auf einen Wahlwerbespot der FDP mit Sky du Mont als Fürsprecher in der Hauptrolle. Hier der Clip:

Berechtigterweise hatte Herr Zulla bedenken, ob es sich hierbei wirklich um einen authentischen Clip der FDP handelt. Auf Nachfrage erhielt er von einem FDP-Mann folgende Antwort:

“Kennen Sie das Stichwort ‘virales Marketing’?”

Spätestens jetzt besteht Aufklärungsbedarf! Bei obigem Clip handelt es ich um keine Maßnahme, die man als Viral Marketing einstufen kann. Dr. Ralph F. Wilson definierte im Jahr 2000 virales Marketing folgendermaßen:

“Viral marketing describes any strategy that encourages individuals to pass on a marketing message to others, creating the potential for exponential growth in the message’s exposure and influence.”

Von Viral Marketing kann man erst dann sprechen, wenn es auch wirklich zu einer exponentiellen Verbreitung kommt. Ein Video, das auf youtube hochgeladen wird und von dem ein oder anderen Nutzer kritisch beäugt wird, stellt demnach noch keine Maßnahme im Sinne eines Viral Marketing dar. Ansatzweise könnte man hierbei von schlechtem Social Media Marketing sprechen, aber ganz sicher nicht von viralem Marketing.

Wie man erfolgreich Wahlkampf im Internet führt, beweisen derzeit die US-Politiker. Besonders Barack Obama glänzt mit einer mutimedialen Onlinekampagne und sammelt Millionen an Spendengeldern ausschließlich über das Internet. Folgende Elemente spielen für den Online-Wahlkampf eine entscheidende Rolle:

1. Online Volunteers: Das Sammeln und Involvieren von Freiwilligen, die offline und online für den Politiker werben, Öffentlichkeitsarbeit machen, Spenden sammeln und andere Freiwillige mobilisieren. User Generated Content sollte hierbei nicht vergessen werden!

2. Social Media und Social Networks: Die Politiker sind dort, wo sich das junge Wählerpublikum aufhält! Sie haben Profile auf Youtube, Facebook, LinkdIn, MySpace, Digg, Eventful, etc und scharen dort eine Armee aus Unterstützern um sich.

3. Infotainment Portale: Die Zeiten von einfältigen Webseiten sind vorbei! Informativer und unterhaltender Content regiert das Web und wird von den Politikern in Form von Videos, Blogs und Widgets publiziert.

4. E-Mail-Marketing: Via E-Mail erhalten die Unterstützer in regelmäßigen Abständen aktuelle Informationen über kommende Events, Spendenaufrufe und Videoclips.

Für die deutschen Politiker gilt: Spicken ausdrücklich erlaubt! Jedoch sollte man auch wirklich ganz genau hinschauen! Zum Abschluß noch ein echtes Beispiel für virales Marketing im Wahlkampf: Das Obama Girl!

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Kommentare

  1. seo troy |

    auch die schlauen polituiker kommen wohl langsam auf den geschmack…

  2. seozulu |

    ja schade das man das video nicht mehr sehen kann gruß sarah

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